Rihna Lang

Ich sag's euch

Assistent Maschine

Maschinen werden immer schlauer. Kaum ein Tag vergeht ohne neue Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz. Die digitalen Helfer werden real und verändern unser Leben – zum Guten. Ein Gastbeitrag von Wolfgang Wahlster

Die Künstliche Intelligenz (KI) ist heute im Alltag angekommen. Ob du auf dem Smartphone Sprachassistenzsysteme wie Siri nutzt, um ein Restaurant in der Nähe zu finden, mit Google Translate eine koreanische Webseite ins Deutsche übersetzen lässt, in deinem Fahrzeug Autopilotfunktionen aktivierst oder ob der Versuch einer betrügerischen Nutzung deiner Kreditkartendaten vereitelt wird, immer steckt KI dahinter.

 

Aber für uns in Deutschland ist KI nicht nur als persönlicher Assistent wichtig. Vielmehr ist die neue Technik entscheidend, um die nächste Stufe der Digitalisierung unserer Wirtschaft zu erreichen. Vielerorts ist die Utopie bereits Realität. Zum Beispiel in der Autoproduktion, bei intelligenten Haushaltsgeräten, in der Verbrechensbekämpfung und bei autonomen Erntemaschinen. Aber von vorn: Was ist KI überhaupt?

 

Kurz: KI umfasst Leistungen, die wir bei Menschen auf deren Intelligenz zurückführen, die aber von Computern erbracht werden. Oder anders: KI ermöglicht die Digitalisierung kognitiver Leistungen, die bisher der menschlichen Intelligenz vorbehalten waren. Seit mehr als 60 Jahren arbeiten Informatiker an Computersystemen mit Hand und Fuß, Augen und Ohren sowie mit etwas Verstand.

 

In der aktuellen KI-Blütephase wird eine neue Generation von autonomen Systemen möglich, die ein vorgegebenes Ziel selbstständig erreichen können. Sie lernen durch Beobachtung, durch Anleitung, durch die Auswertung der Daten ihrer Sensorik und durch die Interaktion mit ihrer digitalen Umwelt. Sie arbeiten und lernen im Team mit dem Menschen wie ein hilfreicher Kollege. Ohne KI-Technologien können die Zielvorstellungen intelligenter Cybersecurity-Systeme, autonom vernetzter Autos, Züge und Schiffe, Teams von kollaborativen Robotern für die Smart Factory oder Smart Homes, intelligente Kommunikations- und Energienetze der nächsten Generation und personalisierte digitale Lernsysteme nicht zur Realität werden. Und das sind nur einige Beispiele.

 

Was sind die Vorteile von KI-Systemen? Sie ermüden nicht, lassen sich nicht ablenken, können sehr viele Aufgaben gleichzeitig erledigen, kennen weder Monotonie noch Langeweile, verfolgen zielstrebig die ihnen vorgegebenen Ziele und sind immer freundlich zu ihren menschlichen Benutzern. Diese vielen Attribute haben aber auch zu Vorurteilen und Befürchtungen geführt. Denn schlaue Computersysteme verunsichern viele Menschen. Sie befürchten vor allem den Verlust von Arbeitsplätzen, ihrer Privatsphäre und, dass die Technik außer Kontrolle gerät. Aber keine Angst! Das Science-Fiction-Szenario, in dem KI-Systeme die Macht über die Menschheit übernehmen, ist und bleibt eine Fiktion, die von keinem KI-Fachexperten ernsthaft gesehen wird oder gar aktiv verfolgt wird. Natürlich müssen ethische, soziale und politische Leitplanken für die Anwendung von KI-Systemen erarbeitet werden, damit das Gefühl des Kontrollverlustes in der Bevölkerung erst gar nicht entsteht.

 

KI-Systeme werden den Menschen nicht in allen Bereichen ersetzen. Denn wir haben andere Fähigkeiten. Zum Beispiel können Menschen mit sehr wenig Information sehr viel erreichen. Auch bei der emotionalen und sozialen Intelligenz haben wir gegenüber KI-Systemen die Nase vorn. Menschen allein können die Herausforderungen der Digitalisierung allerdings nicht meistern. KI-Systeme allein aber auch nicht.

 

Was tun? Es wird darum gehen, eine die menschliche Intelligenz unterstützende und ergänzende maschinelle Intelligenz zu entwickeln, sodass menschlicher und maschineller Intellekt zusammen Probleme lösen, die uns Menschen beschäftigen. Künstliche Intelligenz ist zwar besser als natürliche Dummheit, aber die menschliche Alltagsintelligenz ist heute in vielen Situationen der maschinellen weit überlegen. Der Assistent Maschine wird dennoch immer wichtiger, aber eher als zuverlässiger Kollege denn als Konkurrent. Die Helfer werden real und verändern unser Leben – zum Guten.

Jim Rakete

Über den Autor

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster ist Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz und Inhaber des Lehrstuhls für KI an der Universität des Saarlandes.

Ich sag's euch

Sei offen für 3“12“E – der erste Schritt zum Erfolg

Ein Gastbeitrag von René Boender

Alles, was war, ist Vergangenheit. Alles, was noch kommt, kannst Du beeinflussen. Mit jemandem eine Beziehung aufbauen bedeutet Senden und Empfangen. Diese Wahrheit wird wohl jeder unterschreiben, in welchem Business er auch tätig sein mag. Die AIDA-Regel war lange Zeit die erste Lektion in Marketing: Attention, interest, desire und , action – und das Geschäft ist gemacht. Nur, so einfach ist es nicht mehr. Wenn Du keine Beziehung aufbauen kannst, wird es Dir nicht gelingen, einen Vertrag abzuschließen! Einverstanden? Also, eine Beziehung aufbauen ist äußerst wichtig. Gelingt es nicht, wird der Rest akademischer Quatsch. Auf eine Beziehung folgt idealerweise ein Vertrag.

Schnellstraße zur Beziehung

Leider ist die praktische Anwendung heikler als die Theorie. Und durch das Internet hat sich vieles verändert. Aufmerksamkeit und damit bleibendes Interesse zu wecken, ist entscheidend geworden. Aber dies ist ein ungreifbarer Prozess, sowohl beim Business-to-Business, wie auch im Privatkundengeschäft, wo Uniformität und Konkurrenz vorherrschen. Jeder weiß, wie die Dinge laufen. Aber wie laufen sie denn wirklich? Der Erfolg fängt beim Begreifen des 3“12“E-Grundsatzes an: 3 Sekunden, 12 Sekunden, die Ewigkeit. Die Schnellstraße zur Beziehung!

 

In drei Sekunden muss sich die PAR ergeben, das erste Ja. Und während den folgenden zwölf Sekunden das zweite Ja, die SAR. Das heißt, die primäre affektive Reaktion und die sekundäre affektive Reaktion. PAR und SAR bilden die Basis der 3“12“E-Grundsatzes. Drei Sekunden, zwölf Sekunden und das E von Ewigkeit. Solange der Empfänger dDir zuhören will. Denn er sitzt an den Hebeln und kann jeden Moment wegzappen, er schaut sich was anderes an oder surft weiter im Netz. Die 3“ ist die Strecke vom ersten Kontakt bis zum bleibenden Vertrag.

Einmaleins von 3“12“E

Eins, zwei, drei. Innerhalb von drei Sekunden muss der Sender dafür sorgen, dass das Interesse des Empfängers geweckt ist. Der Entschluss des Empfängers ist ein schneller, intuitiver Prozess, bei dem in seinem Gehirn alles, einem Blitz ähnlich, zusammentrifft. Ist das Interesse geweckt, folgt eine etwas längere, aber immer noch schnelle Überprüfung, bei der der Empfänger seine Entscheidung trifft.

 

Innerhalb von zwölf Sekunden kontrolliert man, ob die impulsive Entscheidung gerechtfertigt war und ob es sich lohnt, weiter zu schauen, zuzuhören oder gar etwas zu bestellen. Ist das 3“12“ absolviert, hast dDu eine gute Chance auf einen Vertrag. 3“12“E führt im Allgemeinen zu einem bleibenden Kontakt, der die Basis für Nachbestellungen bildet. Natürlich musst dDu dDich jedes Mal wieder bewähren.

Sekunden entscheiden

A und I von der alten AIDA-Regel sind zeitlich begrenzt. Es stellt sich heraus, dass alle Business-to-Business-Kunden, die Konsumenten und auch die CEOs, ihre Entschlüsse in zwei Schritten und innerhalb weniger Sekunden fassen. Eine stylische Espressomaschine, ein fesselndes Zeitschriftencover, ein leckeres Fertiggericht: Mit einem Blick beurteilt der Empfänger die Verlockung. Auch die Glaubwürdigkeit eines Versicherungsagenten, die Qualität eines Autos, ja, sogar die Bewohnbarkeit einer neuen Wohnung wird in wenigen Sekunden ausgemacht. So schnell, dass scheinbar keine rationalen Argumente vorliegen können.

 

Würden wir unsere Entschlüsse rational fassen, würden wir alle einen BMW Baujahr 1996 fahren. Nur, wir entscheiden uns mit unserem EQ und oft sogar auf Grund unseres SQ. In Kürze wirst Du alles Wissenswerte darüber erfahren. Wie läuft es mit der Entwicklung Deines 3“12“E? Kannst Du die Leute begeistern, die Dir begegnen? Springt da ein Funke über: Großartig! Wenn Du das nun immer öfter und mit weniger Zeitaufwand erreichst: Cool!

Glossar

  • Affektive Reaktionen: Emotionen oder Stimmungen, die durch Reize wie Produkte oder Werbung ausgelöst werden. Zunächst tritt die primäre affektive Reaktion (PAR) ein, daraufhin die sekundäre affektive Reaktion (SAR).
  • EQ: Der Emotionale Intelligenzquotient gibt an, wie gut jemand eigene und fremde Gefühle korrekt wahrnehmen, verstehen und beeinflussen kann.

  • SQ: Der Soziale Intelligenzquotient beschreibt die soziale Kompetenz eines Menschen. Er gibt an, wie gut jemand mit anderen Menschen interagieren kann.

 

 

Über den Autor

Marketing-Experte ist zu kurz gefasst, um Renè Boender zu beschreiben. Der Niederländer ist „Brain Agent, Brand Booster und Trendteller“. Er ist aktuellen Marketing-Trends auf der Spur, verhilft Marken zum Erfolg – und teilt sein Wissen mit der Welt. Und weil Marketing-Menschen – wie er sagt – lieber zuhören als lesen, setzt Boender nicht auf Bücher, sondern vor allem auf Reden. Mit anschaulichen und überraschenden Beispielen – sogenanntem „Brain Candy“ – überzeugt der begnadete Speaker sein Publikum. Trotzdem lohnt es sich nicht nur, Boender zu lauschen, sondern auch zu lesen – zum Beispiel sein aktuelles Buch: „Generation Z and the Fourth (industrial) Revolution“ (noch nicht auf deutsch verfügbar).

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