Wir da

Das Du-Kuriositätenkabinett

Die „Du“ erscheint mit dieser Ausgabe zum letzten Mal. Die Redaktion verabschiedet sich und blickt zurück auf kuriose Momente und überraschende Erlebnisse.

Gestrandet in Amsterdam


„Flughafen Schiphol in Amsterdam streicht alle Flüge“, lese ich auf meinem Smartphone. Klasse. Da fliegt man einmal für die Titelstory der Du zu den ING-Kollegen nach Amsterdam und schon nimmt Sturmtief Friederike Kurs auf die niederländische Hauptstadt. „Wird schon schiefgehen“, dachte ich mir. Um allen möglichen Eventualitäten vorzubeugen, hatte ich extra einen Flug am Vorabend gebucht. Der war zwar etwas wackelig, aber pünktlich.

In der Nacht heulte der Wind dann kräftig um das Hotel. Der Fußweg am nächsten Morgen war abenteuerlich: Sturmtief Friederike ermöglichte es mir kaum, geradeaus zu laufen. Viele Passanten blieben immer wieder stehen, um nicht weggeweht zu werden. Protagonistin Nienke wagte sich dennoch für einige Fotos furchtlos in den Sturm. Mittags erreichte mich dann auf allen Kanälen die Meldung: „Nichts geht mehr“ – keine Bahn, kein Bus, kein Flug. Was nun? „Erst einmal Interview und Shooting über die Bühne bringen“, dachte ich mir. Manchmal hat man aber auch Glück: Als hätte ich es vorher schon gewusst, hatte ich mir einen späten Flug am Abend gebucht. Bis dahin war Friederike schon weitergezogen, um Land und Leute anderswo aufzumischen.

Veronika

Du-Redakteurin, ING

Interviews – Fluch und Segen


Für jede Ausgabe der Du, aber auch der Vorgängerin Intern, war das Interview eines der Herzstücke. Du kannst es vorbereiten und planen, wie du möchtest, am Ende kommt es doch immer anders, als man denkt. Weil andere Themen einfach spannender sind, die Fragen dem Gegenüber nicht passen, die Kleidung nicht zum Setting passt, aus unzähligen Seiten Text ein knappes Interview werden soll, oder oder oder.

Allerdings habe ich zwei ganz persönliche Highlights: Mein erstes Interview mit unserem damaligen CFO Bas, der mir in dem jährlichen Interview unglaublich geduldig die Ergebnisse aufgezeichnet und die Zusammenhänge erklärt hat. Und das Doppelinterview mit Roland und Kees. Sagen wir es so, wir haben über vieles gesprochen – auch über unsere persönlichen Themen. Egal wie turbulent oder überraschend – die Gespräche bleiben mir in Erinnerung und bringen mich auch noch viele Monate später zum Schmunzeln. Schön war‘s!

Jasmin

Du-Redakteurin, ING

Von Blässe, schlechtem Licht und Hautunreinheiten


Eine besondere Herausforderung vor der Veröffentlichung eines Artikels ist und war schon immer der Freigabeprozess – bei der Du, oder früher bei der „Intern“. Da ist oft höchste Diplomatie gefragt. Zum Beispiel weißt du nicht immer, wer den Text vorher noch einmal gegen-lesen möchte. Da lauert bereits das erste Fettnäpfchen für den Redakteur. Plötzlich kommt aus verschiedenen Ecken noch einmal frischer Input für den Text, womit
du nicht gerechnet hast. Dann wird gerne lebhaft über Sprache und Begriffe diskutiert. Da sind wir dank der sozialen Medien heute wesentlich lockerer unterwegs.

Aber für den einen muss der Text juristisch unantastbar und nach allen Seiten abgesichert sein. Die Sätze fallen dann oft bürokratisch und äußerst detailliert aus, für den Leser natürlich eine perfekte Einschlafhilfe. Für den anderen müssen alle wichtigen Beteiligten mit einem Zitat vertreten sein, damit sich niemand benachteiligt fühlt. Wahre Tragödien lauerten auch bei der Freigabe von Bildern. Da musste der Fotograf nicht selten noch einmal ran, weil das Licht angeblich nicht vorteilhaft war, die Frisur nicht saß, zu große Blässe oder Hautunreinheiten zu sehen waren – allzu Menschliches. Um Vorbehalte auszuschließen: Da gibt und gab es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen.

Matthias

Du-Redakteur, ING

Wie ich beim Interview umgegrätscht wurde

„Los Jungs, jetzt haut mal richtig drauf“, schallte es über die grüne Wiese mit den frisch gekreideten Linien. Jochen, Titelheld der Du 2/2016, war gerade voll in seinem Element. Als Fußballtrainer des 1. FC Kalchreuth coacht er die E-Jugend des Vereins. Für die Titelstory durfte ich ihn einen Nachmittag begleiten. Das Panorama war idyllisch: Hinter der Bande blühte der Raps goldgelb, ratterten die Traktoren, schnatterten die Wildgänse. Jochen nahm sich viel Zeit für unser Interview. Er erklärte gerade, warum er seine Nachmittage für den Dorfverein opfert, als ich plötzlich einen Schmerz verspürte. Dann ging alles ganz schnell.

Eh ich es begreifen konnte, lag ich plötzlich auf dem frisch gemähten Gras des Fußballplatzes. Ein Junge hatte mich mit einer waschechten Blutgrätsche umgesenst. Mein anfänglicher Mecker-Impuls verkehrte sich schnell ins Gegenteil. Mir war nichts passiert, der Junge – Niklas, elf Jahre alt, Nürnberg-Trikot, Sommersprossen – hatte sich aber so sehr über seine Tat erschreckt, dass er den Tränen nah zu sein schien. Eine Viertelstunde später stand ich ihm gegenüber und spielte Ball-Hochhalten. Wir beide lächelten. Auch für diese unerwarteten Momente werde ich die Du vermissen.

Stefan

Du-Redakteur, extern

Was meinst du?

dislike

Hat mich weniger interessiert

Lieber Nutzer,
bitte verrate uns doch, warum dir der Artikel weniger gut gefallen hat. Alle Felder mit einem Sternchen müssen ausgefüllt werden.

Die von dir eingegebenen Daten löschen wir nach der Auswertung deines Kommentares sofort.

Deine Einwilligung kannst du jederzeit ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft durch eine entsprechende Email an Du@ing-diba.de widerrufen.

Allgemeine Informationen zur Verarbeitung deiner Daten findest du hier

Du Logo

Weitere Beiträge zu „Wir da“