Wegweiser

Zusammenbringen, was ­zusammengehört

Die ING will ihren Kunden ein einfaches und klares digitales Erlebnis bieten – zu jeder Zeit und an jedem Ort. Der One Agile Way of Working hilft, das zu ermöglichen. Nadine, Product Owner der agilen Transformation der ING Deutschland, und Payam, Global Head Operating Model and Way of Working, sprechen über den Fortschritt und die Herausforderungen der anstehenden Veränderung.

Warum brauchen wir den One Agile Way of Working (OAWOW)?

 

Payam: Wir wollen unseren Kunden schneller bessere Produkte und Services anbieten. Um unsere Think Forward Strategie zügiger erfolgreich umzusetzen, braucht es weltweit eine ING. Dafür vereinheitlichen wie unsere Prioritäten, Produkte, Plattformen, Prozesse und Arbeitsweisen. Nur dann werden wir schnell auf veränderte Kundenbedürfnisse reagieren können und ein Kundenerlebnis ermöglichen – ein Erlebnis, das einfach, bequem und konsistent ist, für alle Kunden rund um die Welt und jederzeit. Genau daher führen wir den One Agile Way of Working ING-weit ein.


Nadine: Genau so ist es. Mit einer ähnlichen Struktur und dem gleichen Mindset können wir international viel besser zusammenarbeiten. Heute sind wir oft noch langsam und stehen uns selbst im Weg. Mit der agilen Arbeitsweise bringen wir die Menschen zusammen, die zusammengehören. Und zwar indem wir multidisziplinäre Teams bilden, die end-to-end verantwortlich sind. So sparen wir Zeit, brechen Silos auf und vermeiden Doppelarbeit. Ziel ist es, beispielsweise eine neue Funktion derApp von der Idee bis zum MVP komplett in einem Squad um­zusetzen. Das hat viele Vorteile für die Mitarbeiter. Durch die neue Arbeitsweise haben wir einen klaren Gestaltungsraum, was motivierend ist. Das gibt der Arbeit einen Sinn, jeder sieht, was er leistet. Das bedeutet Wachstum – nicht nur fachlich, sondern auch persönlich.

 

Was heißt für euch „agil“? Und was versteht ihr unter One Agile Way of Working?
 

Nadine: Der One Agile Way of Working ist einerseits ein Mindset und umfasst andererseits verschiedene Methoden. Unter Mindset verstehe ich die innere Einstellung, die ich zu mir und zu meinem Verhalten habe. Die Basis dafür bildet der Orange Code. Essenziell sind eine offene Fehlerkultur, sich gegenseitig dabei zu helfen, erfolgreich zu sein und die Dinge in die Hand zu nehmen. Genauso wie einfach mal loszu­legen und zu experimentieren und dadurch schneller Ergebnisse zu erzielen. Die Instrumente und Tools dafür sind agile Arbeitsmethoden wie Scrum, Kanban und PACE.

 

Payam: Für mich bedeutet agil, Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenzubringen und sie zu befähigen das zu liefern, was die Kunden brauchen. In einer agilen Organisation arbeiten wir effizient mit einem Minimum an Übergaben, in kurzen Produktionszyklen und immer auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet. Die Organisation lebt und entwickelt sich fortlaufend weiter, um sich der ständig verändernden Umwelt anzupassen. Unser Way of Working beschreibt, wie wir unsere Arbeit managen, priorisieren, teilen und verbessern, global und lokal.

„Gemeinsam an einer Sache zu arbeiten und wirklich etwas gestalten zu können, macht viel Freude.“ “

Nadine, ING-DiBa Product Owner One Agile Way of Working

Was ist der größte Unterschied zwischen der „alten“ und der „neuen“ Arbeitsweise? 

 

Payam: Wir waren lokal und hierarchisch organisiert. Jetzt wird die ING dynamisch und rund um agile Prinzipien gebaut. Der Way of Working ist ein bankweites Modell und wird global implementiert. Der OAWOW basiert auf getesteten agilen Arbeits­methoden und ist durch Best Practices und Learnings verschiedener ING Units und anderer Unternehmen inspiriert.

 

Nadine: In der alten sprich aktuellen Welt bin ich stärker abhängig von meinem Chef, in der neuen Welt tragen wir selbst die Verantwortung für unsere Aufgaben. Wir erarbeiten die Teilziele gemeinsam und erstellen ein Backlog, eine To-Do-Liste für uns alle, die wir auf kleine Arbeitspakete herunterbrechen. Meine Fortschritte, Hindernisse und Erfolge teile ich im Daily Stand-up mit meinem Team. Das motiviert mich zusätzlich und macht mich stolz. Wir geben uns alle wechselseitig Feedback, so bekomme ich für meine Arbeit auch viel mehr Rückmeldung, und das sofort. Das schafft eine große Transparenz. Außerdem kann ich Dinge besser ausprobieren. Wenn jemand bisher eine Idee hatte, brauchte er die Zustimmung von allen Hierarchieebenen. Eine Idee, die ich heute habe, bespreche ich im Daily mit dem Team und wir probieren es dann einfach aus. Auch das permanente Lernen wird im agilen Arbeiten viel deutlicher. Ich persönlich bin nicht unbedingt ein disziplinierter Mensch. Das muss ich aber sein, um im Daily meine Themen kurz und knapp vorzustellen und meine Teilziele in den Sprints zu erreichen. Ich lerne also, strukturierter zu arbeiten und richtig zu kommunizieren.

Payam, zusammen mit deinem Team ebnest du denWeg zum OAWOW seit knapp einem Jahr. Was habt ihr bisher erreicht?

 

Payam: Wir haben es geschafft, dass das Thema alle auf dem Radar haben, über alle Units und Geschäftsbereiche hinweg. Und wir haben das Referenzmodell für die Delivery-Einheiten verbessert. Durch monatliche Bootcamps konnten bereits über 180 Kollegen der lokalen Transformations-Teams durchstarten. Die Niederlande, Belgien, Polen, Rumänien, Österreich und COO Finance sind (teilweise) schon umgestellt und verbessern ihre Strukturen und Prozesse fortlaufend. Mit Deutschland, Frankreich und den globalen Wholesale Banking Units stecken die nächsten mitten in der Vorbereitung. Spanien, Australien, Italien und Tschechien starten im ersten Halbjahr 2018 mit der Designphase.

 

Wie wird die globale Transformation umgesetzt?

 

Payam: Wir nutzen das Schneeballprinzip. Wir trainieren die Agile Coaches und die lokalen Transformations-Teams in Workshops und Bootcamps. Sie fungieren als Botschafter des OAWOW. Das lokale Management Board designt die neue Organisationsstruktur mit dem Transformationsteam und diese begleiten die Umsetzung. Wir und andere globale Teams unterstützen sie dabei.

„„Für mich bedeutet agil, Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenzubringen und sie zu befähigen das zu liefern, was die Kunden brauchen.“ “

Payam, ING Global Head Operating Model and Way of Working

Was sind die nächsten Schritte?

 

Payam: Unser Ziel ist es, die neue Arbeitsweise der Delivery-Einheiten mit Tribes und Squads bis Ende 2018 in allen Ländern und Geschäftsbereichen umzusetzen. Das übergeordnete Ziel ist, den OAWOW auch in den anderen drei Säulen bis Ende 2020 in allen Ländern der ING einzuführen.

 

Nadine: Für uns hier in Deutschland stand zu Beginn des Jahres vor allem im Fokus, unsere Stakeholder vor Ort mit ins Boot zu holen. Dazu haben wir Workshops mit dem Vorstand durchgeführt und uns auch mit dem Gesamtbetriebsrat zusammengesetzt. Erarbeitet wurden so Ansätze, wie wir gemeinsam agil arbeiten und wichtige Entscheidungen vorantreiben können. Das war ein weiterer Meilenstein. Parallel wurde das Design für Delivery entwickelt, mit den Vertretern der Fachbereiche validiert und so finalisiert. Nun geht es darum, die neuen führenden Positionen zu besetzen und anschließend gemeinsam in die Feinplanung zu starten. Im Sommer 2018 sollen Delivery und die ersten Support-Einheiten umgestellt werden. Zeitgleich starten wir auch mit der Designphase für die Säulen Service, Sales und die übrigen Support-Einheiten – mit dem Ziel, bis Sommer 2019 die Umstellung aller Säulen abgeschlossen zu haben.

Wo bleibt der Spaß bei dem agilen Arbeiten?

 

Payam: Wir feiern unsere Erfolge. Und meine Frau würde sagen: Macht euch gegenseitig Komplimente, denn insbesondere diese kleinen Dinge haben einen großen Effekt!

 

Nadine: Für den Spaß sorgen im agilen Arbeiten die „fun squads“. Sie überlegen sich kreative Maßnahmen, damit das Spaßlevel konstant bleibt und die Teams enger zusammenwachsen. Ich bin außerdem überzeugt davon, dass jeder, der sich auf das agile Mindset einlässt, viel Spaß haben wird. Dafür braucht es natürlich Mut, eine Portion Selbstvertrauen und auch ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein. Aber es lohnt sich! Gemeinsam an einer Sache zu arbeiten und wirklich etwas gestalten zu können, macht viel Freude.

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