Christian Hecker Markt

  © Sherwin Crasto

Einmal querweltein, bitte!

In Frankfurt ist er zu Hause, er arbeitet in Mumbai oder Singapur: Christian Hecker ist Weltreisender im Dienste der Kunden der ING-DiBa.

Singapur, Tianjin, Hang­zhou, Mumbai: Das alles sind Städte in Asien – und Koordinaten im Lebenslauf von Christian Hecker. Der 31-Jährige ist dem Reisefieber erlegen. Auf dem Motorrad quer durch Vietnam, mit dem Rucksack rund um die Südinsel Neuseelands oder für die Besichtigung mitfinanzierter Projekte im Bereich erneuerbarer Energien durch die Wüstenweite des Iraks. Und das sind nur einige wenige seiner bisherigen Reisehöhepunkte. Auch im Alltag reist er um die Welt, nicht immer Business-Class, aber fast immer für das Business – und seit 2014 für das Wholesale Banking der ING-DiBa.

Privat wie beruflich versteht er sich als Abenteurer, der nie genug neue Eindrücke sammeln kann. Dabei kommt er eigentlich aus einem grundsoliden Elternhaus in Dresden, seine Mutter ist Beamtin, sein Vater arbeitet in der Forschung. Als Christian sich nach dem Abitur und Zivildienst für eine Ausbildung als Bankkaufmann bei der Dresdner Volksbank entschied, passte das ins Bild. Doch er wollte mehr. „Ohne viel Aussicht auf Erfolg“ bewarb er sich nach der Lehre bei der Frankfurt School of Finance & Management für ein Studium zum Bachelor of Science in Business Administration. Er wurde angenommen und drückte fortan drei Tage die Woche die Schulbank. Drei weitere Wochentage arbeitete er als Bankkaufmann bei der Commerzbank.

„So ein Pensum habe ich nie wieder absolvieren müssen“, sagt Christian über die harte Studienzeit. Heute wiederum ist er dankbar dafür, denn nur wer seine Grenzen teste, könne sie auch erweitern, sagt er mit einem Lächeln, das zugleich Erschöpfung und Erleichterung ausdrückt. Immerhin war das Studium Ausgangspunkt und Initialzündung für all seine Reisen rund um die Welt.

Immer in Bewegung

Dabei hat er auf die harte Tour lernen müssen, wie es ist, in fremden Kulturen zurechtzukommen und buchstäblich ins kalte Wasser zu springen. Schon im zweiten Semester etwa schickte ihn sein damaliger Arbeitgeber nach Singapur, weil er ein Projekt in Frankfurt erfolgreich zu Ende gebracht hatte. „Ich habe gejubelt“, sagt Christian, der sich noch gut an den Anruf aus der Personalabteilung erinnert. „Damals hieß es verharmlosend, man habe einen kleinen ‚Anschlag‘ auf mich vor“, berichtet er. „Alles Weitere bekam ich dann schriftlich.“ Er nahm an, ohne genau zu wissen, was ihn eigentlich erwartet – und analysierte in dem asiatischen Stadtstaat die Kundenpotenziale seiner Bank in Südostasien. „Danach hatte ich Blut geleckt“, sagt der 31-Jährige. „Neue Kulturen haben mich schon immer interessiert.“ Singapur sei da so etwas wie ein „Erweckungserlebnis“ gewesen. Fortan wollte er noch weiter und häufiger in die Welt hinaus.

Zurück in Frankfurt, bewarb er sich für ein Auslandssemester in Hangzhou, einer Millionenstadt im Südosten Chinas. Dort studierte er ein Semester lang Sinologie und Wirtschaftswissenschaften an einer Elite-Uni. Bis es aus der Personalabteilung wieder hieß: „Herr Hecker, wir haben einen Anschlag auf Sie vor!“ Diesmal ging es nach dem Auslandssemester ohne Umwege nach Tianjin, eine Acht-Millionen-Metropole in Nordost-China, wo die Commerzbank eine neue Filiale eröffnet hatte. „Das war schon verrückt“, gibt Christian zu. Denn: „Kurz nachdem ich in Tianjin angefangen hatte, ging mein Chef, der bis dahin der einzige Deutsche vor Ort war, für mehrere Wochen in Urlaub.“ Und plötzlich war der Neuankömmling kommissarischer Leiter einer ihm kaum vertrauten Bankfiliale, in der bis dato nur Chinesen eingestellt worden waren, die ihrerseits die deutsche Großbank kaum kannten.

„Was zählt ist, dass wir grenzüberschreitend funktionieren und einen Mehrwert für die Kunden schaffen.“ Christian Hecker, Wholesale Banking

Dagegen wirkt sein aktueller Job bei der ING-DiBa fast schon normal. Nach fast drei Jahren im Wholesale Banking in Frankfurt wurde er 2016 nach Mumbai  versetzt und verantwortet dort die Zusammenarbeit mit der indischen Kotak Mahindra Bank. „Durch den Merger von ING Vysya und der Kotak haben wir die viertgrößte private Bank in Indien geschaffen“, sagt er und: „In dieser Partnerschaft sehe ich große Potenziale für unsere Zusammenarbeit mit unseren multinationalen Großkunden, denn kaum eine andere Bank verfügt über solch eine flächendeckende Präsenz im Land.“ Seine Aufgabe ist es, diese Potenziale zu heben und die Zusammenarbeit beider Institute zu koordinieren. Er identifiziert Synergieeffekte und entwickelt Prozesse für eine erfolgreiche Zusammenarbeit an gemeinsamen Kunden. Manchmal geht es dabei um ganz grundsätzliche Fragen wie: „Wer sind unsere Kunden?“ oder „Wen können wir wie gemeinsam betreuen?“