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Von ganzem Herzen Helfer

Gérard Bodenseh unterstützt andere Menschen, wo und wie er nur kann – und gewinnt daraus viel Energie für sein eigenes Leben. Auch weil die ING-DiBa ihn bei seinen Herzensangelegenheiten unterstützt.

Er geht den kleinen, aber entscheidenden Schritt weiter: Wenn Gérard Bodenseh von dem sozialen Engagement anderer hört, dann freut er sich nicht nur darüber und findet lobende Worte für deren Arbeit. Sondern er fragt sich: Wie kann ich selbst meinen Teil beitragen? Erfährt er von einem Projekt, das ihn persönlich anspricht, will und kann er nicht tatenlos zusehen, sondern möchte denjenigen helfen, denen es nicht so gut geht wie ihm. Dabei stößt Gérard auch an seine emotionalen Grenzen: „Ich weiß, dass mich der Umgang mit Hilfsbedürftigen stark berühren und länger beschäftigen wird. Aber ich weiß auch, dass es mir selbst unendlich viel für mein eigenes Leben gibt – so ist es die emotionale Achterbahn mehr als wert.“

Das letzte Auf und Ab erlebte Gérard bei einem Give Five!-Einsatz mit Kollegen aus dem Marketing und der Unternehmenskommunikation im Herbst. Als er vor drei Jahren von einem Dienstleister hört, dass dieser auf Weihnachtsgeschenke an seine Kunden verzichtet und stattdessen das Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden finanziell unterstützt, ist er gleich begeistert. Er nimmt Kontakt zu der Leiterin auf und merkt schnell: „Es ist eine sehr wichtige Einrichtung mit einer extrem tollen Mannschaft. Die können gut Unterstützung in Form von anpackenden Händen gebrauchen. Das perfekte Projekt für „Give five!“

Du Herzlicher Interview

Gérard informiert sich über die Arbeit von Bärenherz.
© Fritz Philipp

Im Herbst ist es dann zum dritten Mal so weit: Gérard fährt mit fünf Kolleginnen und Kollegen in die Hessische Hauptstadt. Die Mitarbeiter des „Hauses der Herzen“, wie Gérard das Kinderhospiz nennt, empfangen sie mit großer Offenheit. Und die Helfer putzen Fenster, mähen den Rasen, schneiden die Büsche zurück und bringen so das gesamte Außengelände des Kinderhospizes auf Vordermann.

du Herzlicher Blumenerde

Gérard und Kollegen versorgen die Pflanzen mit neuer Erde.
© Fritz Philipp

„Die Arbeit bei unserer Bank macht halt aus, dass wir uns auch ­persönlich weiterentwickeln können und sollen.“

Auch wenn es dabei fröhlich und lustig zugeht, was genau zur lebensbejahenden Ausrichtung des Kinderhospizes passt, schleicht sich das Thema Tod nach und nach in die Gedanken jedes Helfers. „Die Hauswirtschafterin sagte uns, dass in der Vorwoche zwei Kinder gestorben sind. Solche Todesfälle sind immer wieder eine neue Herausforderung für die Mitarbeiter. Das Abschiednehmen wird auch in einem Hospiz nie zur Routine, wie wir merken. Das lässt natürlich niemanden von uns kalt“, erzählt Gérard.

Ein Ort der Erinnerung

Der Andenkengarten hinter dem Haus auf der angrenzenden Grünfläche berührt die Helfer ebenfalls. Hier können Angehörige Abschied von den verstorbenen Kindern nehmen, indem sie einen Gegenstand von ihnen dort platzieren. „Es ist ein Erinnerungsort, den die Eltern auch Jahre später noch besuchen“, sagt Claudia Langanki, die Leiterin des Kinderhospizes Bärenherz Wiesbaden.

Du herzlicher Fensterputzen

Die Kollegen putzen die Fenster des Hospizes.
© Fritz Philipp

Als die Helfer dann noch ein kleines Mädchen sehen, das neugierig beobachtet, wie sie im Garten Unkraut zupfen und den Grünschnitt ins Auto laden, gehen erst recht die Gedankenspiele los – bei der, die selbst Mutter ist, genauso wie bei dem Singlemann im Team. Die einen werden ganz ruhig, die anderen müssen sich direkt über das austauschen, was ihnen durch den Kopf schwirrt. „Es geht um Tod in einer Lebensphase, die doch eigentlich für Entwicklung, Wachstum und ganz viel Neugierde stehen sollte“, sagt Gérard.

Solche und ähnliche Gedanken nehmen alle Give Five!-Helfer abends mit nach Hause und zurück in ihren Alltag. Nicht nur auf der Rückfahrt, sondern auch an den Folgetagen in den Pausen suchen sie das Gespräch miteinander, um einen Umgang mit dem Erlebten zu finden. Aber auch, um sich darüber positiv beeindruckt auszutauschen, mit wie viel Herzblut die Mitarbeiter von Bärenherz für die Kinder sowie für deren Geschwister und Eltern da sind. Gérard wird dabei erneut etwas bewusst: „Ich fragte mich danach: Was ist eigentlich wirklich wichtig im Leben? Da verschieben sich schnell mal die bisherigen Prioritäten.“ Auch wenn es für einen Teil von ihnen eine große Überwindung war, gerade in einem Kinderhospiz zu helfen, ist es nun doch zu einer Herzensangelegenheit geworden. So haben sie sich alle schon jetzt für nächstes Jahr zum Helfen im Rahmen von Give Five! verabredet.

Und Gérard? Der möchte seine Herzlichkeit noch an anderer Stelle weitergeben. Er engagiert sich nun als ehrenamtlicher Koordinator in der Flüchtlingshilfe im Main-Taunus-Kreis und geht dabei noch einen Schritt weiter: „Um mich richtig stark einbringen zu können, lasse ich mich für einen Teil meiner Arbeitszeit zeitweise freistellen. Dass so etwas möglich ist, schätze ich sehr an der ING-DiBa, denn es ist beileibe keine Selbstverständlichkeit. Doch das macht die Arbeit und Kultur bei unserer Bank halt aus, dass wir uns auch persönlich weiterentwickeln können und sollen.“ Der kleine, aber entscheidende Schritt weiter eben.

Bildnachweis Headergrafik: © ING-DiBa

du Herzlicher Spielzeug

Haus des Lebens

Als zweites Kinderhospiz in Deutschland wurde Bärenherz vor 13 Jahren in Wiesbaden gegründet. Seitdem betreuen und pflegen die Mitarbeiter Kinder mit einer lebensverkürzenden Krankheit und deren Familien.
Die Arbeit teilt sich in Pflege und Begleitung auf, was den Unterschied zu einer Klinik ausmacht. „Wir verstehen uns als Haus des Lebens, denn wir lachen und scherzen mit­einander, genauso wie wir zusammen weinen und trauern“, sagt Claudia Langanki, Leiterin des Kinderhospizes.
In dem Give Five!-Einsatz vor Ort sieht sie eine doppelte Bedeutung: „Die Mitarbeiter der ING-DiBa beteiligen sich aktiv an der Arbeit, die am Haus und im Garten anfällt und die wir sonst hätten teuer bezahlen müssen. Und sie transportieren durch ihre Erzählungen unsere Arbeit nach draußen, was mindestens genauso viel wert ist.“
Bildnachweis: © unikat / Fotolia.com

Mithelfen: Die Malteser gründen einen ambulanten Hospizdienst in Frankfurt am Main. Die ING-DiBa unterstützt sie dabei.

Krankheit, Sterben und Tod sind nach wie vor für viele Angst besetzte Themen. Wir möchten als ambulanter Hospizdienst der Malteser in Frankfurt, dass das Sterben wieder ein Teil des Lebens wird und dass die Menschen nicht in Einsamkeit und Isolation sterben müssen.
Am Lebensende wünschen sich die meisten Menschen, zu Hause und in ihrer vertrauten Umgebung sterben zu können. Mit der Gründung unseres Dienstes wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass die Menschen in einem sicheren und geborgenen Umfeld ihre letzte Lebenszeit verbringen können. Dazu gehört auch das Pflegeheim, das mittlerweile für manche sterbenden alten Menschen zum Zuhause geworden ist.
Wir arbeiten mit der ING-DiBa gerne zusammen, da es ein Unternehmen ist, wo gelebtes soziales Engagement ein glaubhafter Teil der Unternehmenskultur ist. Diese Erfahrungen machen wir immer wieder mit dem Engagement der ING-DiBa beim Social Day und für unseren ambulanten Hospizdienst, der dank der großzügigen Spende erst gegründet werden konnte.
Ehrenamtliche Hospizbegleiter begleiten schwerstkranke und sterbende Menschen nicht aus einer Profession heraus, sondern aus einem mitmenschlichen Engagement. Die Aufgaben der Begleitung sind sehr vielfältig und richten sich nach den Wünschen und Bedürfnissen des Sterbenden. Das kann Zuhören, gemeinsames Kaffeetrinkern, mit den Angehörigen sprechen, Konflikte aufarbeiten, Ängste und Zweifel mitaushalten, trösten oder einfach nur Dasein sein.
Es ist ganz natürlich, dass die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod und die Begleitung von Menschen zunächst einmal herausfordernd sind. Deshalb bereiten wir die Ehrenamtlichen durch einen sechsmonatigen Qualifizierungskurs auf ihr Engagement vor. Doch auch danach sind der regelmäßige Austausch, Supervisionen und Fortbildungen eine tragende Säule. Selbstverständlich gehört dazu auch eine kontinuierliche professionelle Begleitung der Ehrenamtlichen durch die hauptamtliche Hospizkoordinatorin.
Jeder Mitarbeiter der ING-DiBa ist herzlich eingeladen, sich zum Hospizbegleiter ausbilden zu lassen. Der nächste Infoabend findet am Donnerstag, den 7. Januar 2016, um 19 Uhr in der Malteser Geschäftsstelle in der Schmidtstr. 67 in Frankfurt am Main statt.

MITMACHEN: Die Kollegen der Immobilienfinanzierung unterstützen mit ihrer Initiative IF Cares soziale Einrichtungen.

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