Alex im Gespräch mit einer UNICEF-Mitarbeiterin: In Montenegro arbeiteten sie Seite an Seite.

  © Dusko Miljanic

Alex, die
Brückenbauerin

Alexandra Asche und zwei weitere ING-DiBa-Mitarbeiter entwickeln ein Workshop-Konzept für Jugendliche in Montenegro. Den jungen Menschen soll ein finanziellesBasiswissen vermittelt werden. Gemeinsam mit UNICEF bauen die drei Brücken zum Balkan – ganz freiwillig und mit viel Herzblut.

Schiffe sind ihre Leidenschaft – und Teil ihres Jobs: Alexandra Asche ist deswegen viel unterwegs. Sie arbeitet in Frankfurt als Vice President für Transportation Finance im Wholesale Banking, kommt aber eigentlich aus Hamburg. Statt „Guten Morgen“ sagt sie „Moin“. So lokal, wie das klingt, ist Alex nicht. Das Schifffahrtsgeschäft ist sehr international und beruflich wird eng mit Singapur, London und Amsterdam zusammengearbeitet. Aktuell ist Frankfurt ihr Heimathafen.

Dort ist Alex vielfältig involviert: Sie engagiert sich ehrenamtlich, so auch bei „Power for Youth“ (mehr dazu auf Seite 9). Das UNICEF-Projekt, das von der ING-DiBa unterstützt wird, soll Kindern und Jugendlichen weltweit mit finanziellem Know-how zu einem eigenständigen und erfolgreichen Start ins Leben verhelfen. Die Existenzgründungen, die daraus erwachsen, sollen die Wirtschaft in den Projektländern vorantreiben, zu denen unter anderem Indonesien, der Kosovo, Nepal, die Philippinen oder Sambia gehören.

Alex arbeitet daran, die Finanzbildung in Montenegro zu verbessern – gemeinsam mit ihren ING-DiBa Kollegen Yesim Erdem Onat und Sebastian Franke. Das Projekt „UpShift Montenegro“ fußt auf der Mithilfe von Freiwilligen, sogenannten Volunteers. Für die drei ING-DiBa Kollegen ist das kein Problem: Sie engagieren sich gern – ganz ohne Bezahlung. „Wir haben das Wissen zu Finanzthemen, das dort helfen kann – da gab es nicht viel nachzudenken“, erläutert Sebastian, Consumer Economist, seine Absichten. Die Volunteers der ING-DiBa waren zweimal vor Ort in Montenegro. Das erste Mal bereits Ende Februar, für drei Tage.

Einmaleins der Finanzen

„Dort lernten wir einige der Jugendlichen und schon ein bisschen vom Land kennen“, berichtet Alex. Yesim, die als Director im International Clients Desk von Wholesale Banking tätig ist, fügt hinzu: „Das ist eine tolle Erfahrung in der praktischen Arbeit.“ Bei den Präsentationen der Jugendlichen sei schnell deutlich geworden, dass sie und ihre Trainer mit viel Herzblut und Enthusiasmus bei der Sache sind.

Das hat das ING-DiBa Team umso mehr motiviert, die Trainer bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Nach ihrem ersten Besuch entwickelten die drei in Frankfurt ein Trainingsprogramm, um das nötige Finanz-Know-how zu vermitteln. Alex, Yesim und Sebastian schnürten sich kleine Teilpakete, die sie individuell bearbeiteten und dann zusammenführten. „Während der Konzeptphase standen wir auch im Austausch mit dem Trainerteam vor Ort“, berichtet Yesim. Das Feintuning erfolgte während der zweiten Reise Ende März.

„Finanzthemen sind in Montenegro in der Schule nur sehr selten ein Thema, der Finanzsektor an sich ist kaum präsent.“ Alexandra Asche, Wholesale-Bankerin der ING-DiBa

Am Ende stand ein detaillierter Plan für eine Finanzschulung der Jugendlichen. „Sie sollen lernen, mit dem von UNICEF zur Verfügung gestellten Geld verantwortlich umzugehen“, sagt Alex. Zum Lehrplan gehören Themen wie Zeitmanagement, Bilanzierung und Finanzierungen. „Es ist wie das Einmaleins der Finanzen“, erklärt Alex, die sich privat um Marketing und Vertrieb des selbst angebauten Weines aus Brauneberg an der Mosel kümmert.

Dabei geht es um das richtige Business-Modell, das passende Budget und das nötige Startkapital. Von all diesem Wissen sollen nicht nur die Teilnehmer profitieren, indem sie ihre Ideen verwirklichen und Unternehmen gründen können. Auch das gesellschaftliche und politische Umfeld in Montenegro soll etwas davon haben.

Am „UpShift Social Impact Workshop“ nehmen auch Vertreter von Behörden und Ministerien teil, die sich mit den Jugendlichen Lösungsstrategien für die gesellschaftlichen Probleme überlegen. Das Ziel ist, dass sie daraus Geschäftsmodelle entwickeln, die sich der akuten Themen des Landes annehmen.

Um diese erfolgreich auf den Weg zu bringen, ist finanzielles Know-how besonders wichtig. „Finanzthemen sind in Montenegro in der Schule nur sehr selten ein Thema, der Finanzsektor an sich ist kaum präsent“, berichtet Alex. Gerade in einem von der sozialistischen Vergangenheit geprägten Land wie Montenegro sei es wichtig, den Jugendlichen zu erklären, dass freie Marktwirtschaft Chancen bietet.